Public Private Partnership: PPP-Modelle garantieren Kosten und Qualität

Public Private Partnership: PPP-Modelle garantieren Kosten und Qualität im Betrieb In Zeiten einer Wirtschaftskrise mit weiter zunehmendem Druck auf die öffentlichen Finanzen und der Notwendigkeit, Steuergelder so wirkungsorientiert wie möglich einzusetzen, ist es wichtig, dass anstehende Investitionen in die Zukunft nicht verschoben und die betrieblichen Leistungen und Ressourcen nachhaltig und so effizient wie möglich eingesetzt werden. Um diese langfristigen öffentlichen Interessen sicherzustellen, bieten PPP Modelle attraktive Realisierungsmöglichkeiten, private Mittel zu mobilisieren und diese gemeinsam mit öffentlichen Mitteln einzusetzen.

Der Kanton Bern realisiert zur Zeit das erste PPP-Projekt der Schweiz nach internationalem Standard. Bis anfangs 2012 wird in Burgdorf ein Verwaltungszentrum mit Werkhof und Gefängnis durch die private Zeughaus PPP AG geplant, finanziert, schlüsselfertig errichtet (inkl. Abriss, Erschliessung, Aussenanlagen und Ausstattung) und anschliessend 25 Jahre bewirtschaftet. Das private Engagement wird mit einem jährlichen Nutzungsentgelt durch den Kanton entschädigt. Ein jährlicher Kredit von 18,15 Millionen Franken ist bewilligt. Darin enthalten ist auch die Abgeltung des Bauinvestitionsvolumens von ca. 150 Mio. Franken.

Optimierungschancen nutzen durch neue Aufgabenverteilung und Wettbewerb

Die Evaluation des Projektes zeigt: PPP-Modelle bringen grosse Effizienzvorteile, denn durch die frühzeitige Klärung der Anforderungen können diese in der Planungs- und Bauphase und nicht erst im Nachhinein berücksichtigt werden. Die Material- und Systemauswahl erfolgt unter dem Aspekt der Lebenszykluskosten. Im Rahmen einer neuen, partnerschaftlichen Aufgabenverteilung werden delegierbare Leistungen, die nicht zu den Kernaufgaben der Nutzer gehören, wie z.B. Hausdienste, Reinigung, Büromaterialbeschaffung, Restaurantbetrieb etc., nahtstellensparend, mit auditierbaren Handlungsnachweisen, durch den Privaten erledigt. Diese international tätigen integralen Facility Management Dienstleister sind in der Lage, betriebliche Supportleistungen umfassend sicherzustellen.

Die Innovationskraft der Privaten kommt zum Tragen

Projektabwicklung, Planung, Bau, Finanzierung und Betrieb stehen im Wettbewerb, nicht nur Teile davon wie bei Eigenleistung der öffentlichen Hand. Die Transaktionskosten sind minimal, spart man sich doch während der Nutzungsphase eine Vielzahl von Ausschreibungen für betriebliche Leistungen sowie für die Erneuerung von Betriebseinrichtungen und Haustechnik. Die betrieblichen Kosten sind mit der Bestellung definiert und fix, inkl. eines max. garantierten Energieverbrauchs. Die Risiken für Personalmutationen, Schäden, etc. bleiben beim Privaten. Ein adäquates Reporting an den Auftraggeber gewährleistet jederzeit Transparenz.

Das geeignete PPP-Modell

Je nach Leistungsauftrag und Investitionsbedarf kann mit einem Eignungstest das geeignete PPP-Modell evaluiert werden. Leistungsaufträge die nicht zu den Kernaufgaben der öffentlichen Hand gehören, sind für PPP-Modelle besonders prädestiniert.

Autor: Felix Graf, Dipl. Ing. FH

Ist Geschäftsführer der PSS Projects AG, Facility Management Consulting, Basel (www.pssprojects.ch). Er hat im Rahmen eines Mandates des Kantons Bern für das PPP-Projekt in Burgdorf bei der Erarbeitung der Ausschreibungsunterlagen das externe Beraterteam begleitet sowie in der Jury hinsichtlich betrieblicher Belange mitgewirkt. Er ist in verschiedenen Verbänden aktiv u.a. als Vizepräsident MFS, Maintenance and Facility Management Society of Switzerland (www.mfs.ch) und ist Mitglied von PPP Schweiz (www.ppp-schweiz.ch).

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